Obwohl es abseits des offiziellen Polizeiberichts eine Vielzahl an Hinweisen gab, dass die Angriffe am OEZ rechtsmotiviert waren, übernahmen die meisten Medien die Erzählung der Polizei. Es gab Videos zu den rassistischen Aussagen des Täters während der Tat, Zeug*innaussagen der Überlebenden, das Datum als Jahrestag der Anschläge von Oslo und Utøya, das OEZ als Treffpunkt migrantisierter Jugendlicher und nicht zuletzt die Hinweise der Angehörigen.
All diese Indizien wurden in der Presseberichterstattung selten aufgegriffen und die polizeiliche Einschätzung als ,,Amoklauf’‘ in der öffentlichen Wahrnehmung gefestigt. Welchen Anspruch haben Medien, die offiziellen Darstellungen zu hinterfragen, wenn es gegenläufige Beweise gibt?
Warum folgen Medien Polizeidarstellungen? Warum nehmen sie ihre Rolle als kritische Öffentlichkeit nicht wahr?
