Die Bayerische Polizei sprach schon am 23.7.2016, also einen Tag nach der Tat, davon, es läge kein politisches Motiv vor, und stufte die Tat als Amoklauf ein. Die Polizei schloss das Terrormotiv aus, weil sie keine Hinweise auf Islamismus sah.
Der Täter wählte bewusst den 5. Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags in Oslo und auf Utøya. Er verehrte den Täter. Zudem wurden bereits zu Beginn der Ermittlungen eindeutige Hinweise auf einen rechten und rassistischen Hintergrund der Tat beim Täter gefunden. Die Polizei und das Bayerische Innenministerium gewichteten die psychischen Probleme des Täters deutlich höher als die politische Einstellung – als würde sich das gegenseitig ausschließen.
Warum, so fragen sich Angehörige, taten sich Polizei und Innenministerium in Bayern so schwer, dem rechten und rassistischen Motiv der Tat Gewicht zu geben und diese Motivlage ernst zu nehmen? Der Anschlag am OEZ ist nicht der einzige Fall in Bayern, bei dem die Polizei das rechte Tatmotiv ignorierte.
